Teil 2: Warum hat mein Kind so oft Wutausbrüche? Die Trotzphase besser verstehen lernen

Warum hat mein Kind so oft Wutausbrüche? Die Trotzphase besser verstehen lernen (Teil 2)

Wutanfälle der Kinder verstehen

Wutausbrüche der Kids gehören zu ihrer gesunden Entwicklung dazu. Für Eltern ist es eine nervenzerreißende Zeit, mit der sie oft nicht so gut zurechtkommen. Jedes Kind erlebt Gefühle und Wut unterschiedlich. Der eine etwas heftiger, der andere etwas milder. Hast du dir jemals darüber Gedanken gemacht, wie solche Unterschiede der Wut während der Trotzphase überhaupt entstehen? Lass uns heute gemeinsam in das Gebiet der Psychologie hineinzoomen und die Wutausbrüche deines Kleinkindes genauer betrachten. Danach wirst du mit deinem trotzigen und wütend schreienden Kleinkind entspannter umgehen.

Warum kommt es zu Wutausbrüchen bei Kleinkindern?

Das Gehirn ist der Ursprung allen Denkens, Erinnerns, Fühlens, unserer ganzen Vorstellungskraft und der Persönlichkeit. Die Entwicklung des Gehirns spielt demnach eine große Rolle dabei, wer wir aktuell sind und wer wir noch werden wollen.

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Das Neuron und der Cortex sind zwei wesentliche Gehirnstrukturen, die einen Einfluss auf unser Verhalten haben. Neurone sind für das Verarbeiten von Informationen zuständig. Sie vermitteln zwischen dem Gehirn und allen anderen Körperteilen und auch innerhalb des Gehirns selbst. Durch Synapsen kommunizieren Neurone miteinander. Du fragst dich jetzt, warum ich dir das alles erzähle. Nun, keine Sorge. Ich werde dich nicht mit biochemischen Prozessen des Gehirns langweilen.

Die Trotzphase und das Gehirn

Stelle dir jetzt bitte einen ganz kleinen Baum vor, den du im Garten eingepflanzt hattest. Du siehst einen festen Stamm und ganz kleine Äste, die in alle Richtungen ragen. Die kleinen Äste sind wiederum in kleinere Zweige unterteilt und manche sind sogar noch gar nicht vollständig entwickelt. Damit der Baumstamm, die Äste und Blätter sich gesund entwickeln, bedarf es an Zeit, Geduld und ganz viel Pflege.

So ist es auch mit den Verbindungen im Gehirn. Bei einem Kind sind die neuronalen Bahnen noch nicht vollständig entwickelt. Ihnen fehlen grundlegende Informationen und Erinnerungen an Verhaltensweisen, die in bestimmten Situationen angemessen wären. Du als Elternteil hast die Aufgabe, deinem Kind mit gutem Beispiel voranzugehen und ihm angemessene Verhaltensweisen vorzuleben. Kinder lernen sehr viel durch Beobachtungen. Sie verstehen zwar nicht alles, was sie sehen, aber sie saugen es auf. Die Verbindungen im Gehirn nehmen langsam Gestalt an und mit zunehmenden Informationen verbinden sich die Bahnen miteinander. Neuronale Plastizität heißt dieses spannende Phänomen.

  •  Was hat das mit Wutausbrüchen in der Trotzphase zu tun?

---> Sehr viel!

 

Wutanfälle und Emotionen deines Kleinkindes

Die Emotionen eines Kindes sind deshalb so schnell und heftig zugange, da die Wege der neuronalen Bahnen sehr kurz sind und wenige alternative Verknüpfungen bieten. Die Volumenentwicklung des Gehirns ist mit Eintritt in das Schulalter bis zu 90 % entwickelt. Die Vernetzung mit anderen Neuronen findet ihren Höhepunkt zwischen dem zweiten und sechsten Lebensjahr. Erst mit zunehmender Erfahrung entstehen neue Informationsbahnen im Gehirn. Sogar noch im Erwachsenenalter.

Erwachsene können nach einem Gefühlstrommelfeuer auf die gewohnten komplexen Verbindungen im Vorderhirn zurückgreifen. Kinder sind noch nicht dazu in der Lage. Diese Verschaltungen müssen sich erst entwickeln. Unter Angst oder Druck ist das nicht möglich. Deine Panik und dein Ärger in den jeweiligen Situationen übertragen sich auf dein Kind und es übernimmt deine ihm gezeigten Gefühle. Sie kommen dann in seinen späteren Jahren immer wieder zu seinen Ungunsten hoch.

Wenn einmal Panik und Selbstzweifel übermächtig werden, entfaltet dein Kind sich zu einem sehr unsicheren Erwachsenen. Mir ist wichtig, dass dir klar wird, welchen Einfluss du auf die Gehirnentwicklung deines Kindes und sein Selbstkonzept hast.

Falls du dein Kind bereits angebrüllt oder es für sein Verhalten bestraft hast, kannst du zwei wichtige Sachen machen, damit sich die Panik- und Angstgefühle nicht zu seinem Nachteil im limbischen Gehirn verankern.

  •  Umarme dein Kind liebevoll und entschuldige dich bei ihm. Teile ihm mit, dass du überreagiert hast.

 

  •  Bei der nächsten herausfordernden emotionalen Situation beweist du Verständnis und Geduld

 

 

Siegler, R., DeLoache, J., & Eisenberg, N. (2011). Entwicklungspsychologie im Kindes- und Jugendalter. Heidelberg: Spektrum.

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