Wie entwickelt sich mein Kind? Lerne dein Kind besser zu verstehen (Teil 1)

Wie entwickelt sich mein Kind? Lerne dein Kind besser zu verstehen

Vom trotzigen Kleinkind zum selbstbewussten Erwachsenen

Welche Entwicklungsschritte durchläuft dein Kind im Laufe seines Lebens und wie kannst du es dabei bestmöglich unterstützen?

Hast du manchmal das Gefühl, dass du dein Kind einfach nicht verstehst? Es handelt entgegen deiner Wünsche, ist trotzig, widerspenstig und aufsässig. Das treibt dich förmlich in den Wahnsinn. Doch bevor dein Puls massiv in die Höhe treibt, schau dir an, was in deinem Kind überhaupt vorgeht und warum die Trotzphase zu einer gesunden Entwicklung dazugehört. Die Entwicklungsschritte deines Kindes zu verstehen reduziert dein Stressniveau enorm.

 Ja, auch du hast das als Kind durchlebt.

 

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Wie sich die Identität eines Menschen entwickelt

Im Laufe deines Erwachsenwerdens sind dir jedoch die Erinnerungen an diese Entwicklungsphasen abhandengekommen. Außerdem übertragen wir das, was wir bei unseren Eltern beobachteten, unbewusst oder auch blind an unsere Kinder weiter. Mach es anders und hinterfrage auch deine Reaktionen.

In dem ersten Teil des Artikels lernst du, wie ein Mensch von Kindesbeinen an, seine Identität entwickelt und was dabei schief gehen kann. Dabei gehen wir zusammen die ersten fünf der insgesamt acht Phasen der psychosozialen Entwicklung nach Erikson durch.

Im zweiten Teil gehe ich mit dir die Phasen sechs bis acht durch. Diese betreffen junge Erwachsene sowie Menschen bis ins hohe Alter. Der zweite Teil ist deshalb so wichtig, weil auch du dich näher kennenlernen und über deine eigene Erziehung reflektieren kannst.

Los geht´s mit dem ersten Teil:

Die ersten fünf von acht Phasen der psychosozialen Entwicklung nach Erikson:

1.   Die Entwicklung deines Kindes im 1. Lebensjahr: Urvertrauen vs. Urmissvertrauen

Hier geht es um die Entwicklung des Urvertrauens, ohne das Misstrauen völlig abzuschalten. Erlebt das Kind überwiegend positive Vertrauensmomente, so gewinnt es später auch eine optimistische Lebenseinstellung und die Fähigkeit, seine Bedürfnisse aufzuschieben. Konkret bedeutet dies, dass dein Kind lernt, nicht sofort eine Belohnung zu erhalten, sondern seine Handlungen bewusst zu steuern und abzuwarten.

Ein gutes Beispiel ist hier die Belohnung durch Süßigkeiten. Dein Kind möchte gerade Aufmerksamkeit von dir und du kannst ihm diese nicht geben, weil du das Mittagessen zubereitest. Es schreit und tobt und möchte sofort von dir beachtet werden.

In diesem Fall bietest du ihm statt einer Süßigkeit, eine Alternative an. Gib ihm ein Spielzeug oder etwas zum Malen. Schalte Musik für Kinder ein und lass es tanzen. Beim Kochen kannst du deinem Kind zumindest eine visuelle Aufmerksamkeit bieten, indem du es beobachtest. Mit freundlichen Blicken schenkst du deinem Kind eine Form von Sicherheit und somit das Vertrauen, in seinen Bedürfnissen wahrgenommen zu werden.

Diese Form von Aufmerksamkeit gibt deinem Kind deutlich mehr, als etwas Süßes. Es lernt, seinen Frust, dass du gerade nicht mit ihm spielen kannst, durch alternative Handlungen umzudeuten, anstatt es in Süßigkeiten im Kindesalter oder später als Jugendlicher und Erwachsener mit Drogen und Alkohol zu ertränken.

Überwiegt aber das Misstrauen, so entwickelt sich eine pessimistische Lebenseinstellung und schädliche Neigungen wie Zurückgezogenheit. Das wiederum ruft Depressionen, Paranoia und Psychosen hervor. So heißt es im Allgemeinen, dass die ersten Lebensjahre eines Kindes von großer Bedeutung sind.

Auch hier passt das obige Beispiel gut hinein. Dein Kind möchte mit dir spielen, aber du kochst gerade. Bietest du ihm keine alternative Aufmerksamkeit an, sondern Schokolade, verbindet er seine Frustgefühle mit Konsum. Du weist ihn damit massiv als Person ab und befriedigst sein lebensnotwendiges Bedürfnis nach deiner Aufmerksamkeit nicht.

 

 

Wahrscheinlich kannst du dann in Ruhe kochen, weil dein Kind mit Schlemmen beschäftigt ist. Doch für dein Kind heißt dies, dass er es nicht wert ist, echte Aufmerksamkeit zu erhalten und seine erlebten Gefühle mit sofortigen Belohnungen ertränken kann.

Das Misstrauen bildet sich ebenfalls aus, wenn du deinem Kind versprichst, nach dem Essen mit ihm zu spielen und dann machst du es doch nicht, weil du müde bist oder andere Dinge wichtiger sind. Dein Kind lernt, zu misstrauen. Es erlebt, dass du nicht das einhältst, was du sagst.

Für Kinder hat das eine wahnsinnige Bedeutung, wenn die Tat mit den Worten übereinstimmt. Ist das häufiger nicht der Fall, erlebt es seine Eltern und somit seine ganze Umwelt als unzuverlässig. Bitte unterschätze das nicht, auch wenn dein Kind noch sehr klein ist. Es lernt sehr fokussiert.

Halte deine Versprechen deshalb ein oder biete zumindest gute Alternativen an, damit dein Kind selbstbewusst mit Frust und Stress umgehen kann. Letztendlich erleichtert es auch dir viele langanhaltende Krisen. Sowohl du als auch dein Kind profitiert von einem offenen und zuverlässigen Umgang miteinander!

 2.   Die Entwicklung deines Kindes im 2-3 Lebensjahr: Autonomie vs. Scham und Zweifel

In dieser Phase neigt dein Kind dazu, sich von seiner primären Bezugsperson unabhängig zu machen. Es strebt verstärkt nach Autonomie. Du kennst das sicherlich unter dem Deckmantel der Trotzphase.

Wenn du deinem Kind zu viel oder zu wenig Autonomieerlebnisse gestattest, erlebt es in beiden Fällen Misserfolge, die zu Scham und Zweifel führen und folglich zu Zwanghaftigkeit, auch bekannt als Perfektionismus. Findest du die richtige Balance, entwickelt es eine gesunde Willensstärke.

Ein gutes Beispiel ist, seine Autonomieversuche auf dem Spielplatz zu fördern. Möchte dein Kind auf ein Klettergerüst hochklettern, breitet sich bei dir womöglich die blanke Panik aus. Was ist, wenn es stürzt? Was ist, wenn es sich sämtliche Knochen bricht? Atme auf und unterstütze es bei seinem Vorhaben.