Wie erziehe ich mein Kind richtig?

Wie erziehe ich mein Kind richtig?

Erziehung ohne Geschrei

Viele Eltern verlieren die Nerven, wenn es um die Erziehung ihrer Kinder geht. Auch mir ging es so, bevor ich mich ernsthaft mit dem Thema auseinandersetzte. Ich verstand einfach nicht, warum meine Kinder nicht auf mich hören wollen. Dabei habe ich nur ihr Bestes im Sinn.

Mein Kind hört nicht

Eines Nachts lag ich mit offenen Augen im Bett und grübelte endlos. Was ist der Trick? Wie funktioniert eine richtige Erziehung? Wie kann ich es schaffen, dass meine Kids das machen, was ich gerne von ihnen möchte? Das ewig lange Nachdenken in dieser Nacht brachte jedoch nicht einen einzigen Erfolg. Doch einige Tage später passierte etwas …

Mir fiel ein wundervolles Buch in die Hände. Zwei äußerst kompetente Damen haben mir auf eine humorvolle Art und Weise die Augen geöffnet. Danielle Graf und Katja Seide halten nichts von dem Wort *Erziehung*. Sie befürworten einen ganz anderen Weg mit Kindern umzugehen. Ich habe für dich zehn Wege zusammengestellt, die dir im Umgang mit deinem Kind sehr helfen werden.

10 verrückte Wege, um mit deinem Kind entspannt umzugehen

1. Authentische Emotionen: Lächelst du, obwohl du wütend bist, sendest du deinem Kind falsche Signale. Begleite deine Gefühle mit echter und unverfälschter Gestik und Mimik.

2. Mache dein Kind auf die Mimik und Gestik anderer Menschen aufmerksam und hilf ihm, die Emotionen und Gefühle zu entschlüsseln. Auf diese Weise übst du mit deinem Kind, emphatisch zu sein.

3. Lass dein Kind alle Arten von Gefühlen kennenlernen. Dieser Punkt ist besonders wichtig, damit dein Kind sich emotional und selbstbewusst entfalten kann. Als Erwachsener kann es somit viel besser seine Gefühle verstehen und zum Ausdruck bringen.

4. Dein Kind darf auch mal scheitern, natürliche Grenzen erfahren, sich wehtun oder eifersüchtig sein. Auch das gehört zum Leben dazu und ist enorm wichtig für eine authentische Persönlichkeit. Außerdem kann dein Kind viel besser mit Stresssituationen und Frust umgehen lernen.

5. Antworte deinem Kind emphatisch tröstend auf seine Emotionen, denn die Macht der Nachahmung ist hier nicht zu unterschätzen. Dein Kind verhält sich später anderen Menschen gegenüber so, wie er/sie es vorgelebt bekam.

6. Kinder durchlaufen die Ausbildung emphatischer Fähigkeiten im eigenen Tempo. Deshalb ist es wichtig, dass du deinem Kind diese Zeit einräumst und geduldig bist.

7. Achte auf die Spiegelneuronen. Das, was du deinem Kind sendest, bekommst du von ihm zurückgespiegelt. Hörst du ihm beispielsweise mal nicht zu, hört es dir in bestimmten Momenten auch nicht zu. Schließlich hast du ihm dieses Verhalten präsentiert. Umgekehrt gilt natürlich auch, wenn du ihm Positives entgegenbringst. Du bekommst es zurück. Und zwar dann, wenn du nicht damit rechnest.

8. Verstehe, dass Kinder frühestens ab vier Jahren die Fähigkeit erlangen, sich in andere hinein zu versetzten. Doch um diese Kompetenz auszuleben, sind erst einige übungsvolle Jahre nötig. Am besten funktioniert dies, wenn du deinem Kind diese Werte vorlebst. Durch das Beobachten nimmt es das Verhalten an und mit zunehmender kognitiver Entwicklung versteht es auch den Sinn dahinter. Das gilt vor allem bei Entschuldigungen. Das Kind kann sich erst ernsthaft entschuldigen, wenn es kognitiv versteht, dass es auf sein Verhalten zurückzuführen ist. Vorher ist diese Einsicht nicht möglich und es bringt auch nichts, den Prozess zu beschleunigen.

9. Erst Kinder ab sechs (!) Jahren können ihre aggressiven Impulse wie Schlagen und Beißen weitestgehend kontrollieren. Jüngere Kinder sind nicht dazu in der Lage. Übe dennoch mit deinem Kleinkind die Fähigkeit zur Impulskontrolle.

So funktioniert es: Du hast eine Vorbildfunktion. Reagiere deshalb entspannt auf die Wutausbrüche deines Kindes. Da Kinder emotional handeln, sprich eher das denkende Gehirn deines Kindes an, wenn du ihm etwas erklärst und nicht sein Emotionales. So hat das emotionale Gehirn keine Chance, um reaktionswürdige Impulse zu senden. Jedoch teile deinem Kind dein Gefühl mit der Erklärung mit. Sag ihm, dass es dich traurig macht/verletzt/erschreckt oder verärgert, wenn es eine unangemessene Handlung ausführt. Es lernt, Gefühle und Handlungen besser zu unterscheiden und sich in andere Menschen hineinzuversetzen. Sinnvoll sind auch Yoga, Meditationen oder Achtsamkeit im Alltag. Hervorragend sind Kurse für Kinder, die nicht so lang sind, wie für Erwachsene.

Dieser Lernprozess dauert ungefähr drei Jahre und braucht viel Geduld und Verständnis von dir. Wut und Geschrei oder gar Strafen deinem Kind gegenüber sind vollkommen sinnlos. Es müssen sich erst die neuronalen Bahnen im Gehirn bilden, damit dein Kind seine Impulse im Griff hat.

10. Der letzte verrückte Weg ist sehr spannend und herausfordernd. Achtung! Halte deine Versprechen ein. Je zuverlässiger du bist, desto besser kann dein Kind seine Impulse kontrollieren lernen. Ja! Das ist wirklich wahr. Viele Kinder sind deshalb so aggressiv, weil ihre Eltern inkonsequent sind. Sie sagen das eine, tun das andere. Das verunsichert Kinder sehr stark und da sie noch keine anderen Möglichkeiten kennen, mit dem Fehlverhalten der Eltern umzugehen, toben sie. Falls du mal etwas nicht einhalten kannst, erkläre es deinem Kind zumindest und biete ihm eine Alternative an.

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